Athen

Athen ist schön. Eine Reise wert – unbedingt! Ob der hiesige Anteil der documenta 14 die Reise wert ist, prüfe ich noch.

Ich bin zusammen mit einer Freundin hier, die einige Jahre in Athen gelebt hat und der Liebe wegen nach Deutschland kam, als die globale Finanzkrise in den Startlöchern stand. Seitdem hat sie Athen nur einmal noch besucht, um ihren Haushalt aufzulösen und die letzten Habseligkeiten mit nach Deutschland zu nehmen.

Sie hatte Sorge, dass sich Athen sehr verändert hätte. Nur zu present waren ihr die Fernsehberichte über die griechische Finanznot im Privaten wie im Öffentlichen, geschlossene Geschäfte, herunter gekommene Wohngegenden, Selbstmorde, Obdachlose und Flüchtlinge.

Nun, nach zwei Tagen stellte sie fest, dass ihr die Menschen eher zufriedener erscheinen als vor der Finanzkrise. Wobei ich (nach meinen sieben Monaten unter Polen) das eher auf ihre mehr als sieben Jahre in Deutschland schiebe. Denn geben wir es zu – wir leiden unter „german Angst“ und sind eher grummelig unterwegs. Jedenfalls bis man uns näher kennenlernt.

Also wahrscheinlich leben viele Menschen hier einfach ihr Leben. Und dieses Leben ist gar nicht so unglücklich, wie uns die auf nur wenige Details fokussierte mediale Berichterstattung glauben macht. Nein, es ist nicht alles gut hier. Viele Geschäfte sind geschlossen. Ich habe Obdachlose aller Altersgruppen auf den Straßen gesehen. Es gibt denkmalgeschützte Häuser, deren Fassade mühsam vor dem Zusammenbruch bewahrt wird, der Rest des Hauses aber schon in Trümmern liegt.

Aber hier ist nicht alles am Boden. Und Lebensfreude gibt es auch hier. Genauso wie auch wir nicht nach Polen geflüchtet sind, wie so manche Polen aufgrund der medialen Problemdetailberichterstattung aus Deutschland glauben möchten.

Ja, es gibt hier wie dort Probleme. Aber nicht nur. Kommt einfach her und schaut es Euch selber an, es ist die Sache wert!

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4 Gedanken zu “Athen

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