Aufreger der Woche

Ehemann ist die Woche alleine mit den Kindern. Ja, und er gibt sich die volle Packung… Kinder und Vollzeitarbeit im Büro.

Wer jetzt denkt, er hält einfach durch und erhält allenfalls den Status quo, der irrt. Nein, auf einmal ist mein Auto wieder fahrbereit. Ist ja nicht so, als wäre ich ihm seit Wochen hinterher gelaufen, dass mein Auto sich nur kaputt steht. Und neue Reifen hat er dafür bestellt. Kinderzimmer hat er mit den Kindern aufgeräumt. Und Lob hat er bei mir eingefordert. Ich räume die Kinderzimmer nicht mehr auf. Weder alleine noch mit den Kindern. Spätestens nach dem zweiten-dritten-vierten Mal… keine Lust mehr. Und übrigens – gelobt wirde ich noch nie…

Aber egal – alles nur Kriegsschauplätze am Rande.

Heute stieg ich gerade auf einen Berg in Athen um diese Aussicht auf die Schlechtwetterfront zu genießen (gerade ist es hier tatsächlich viel kälter und nasser als in Deutschland):

IMG_4140.JPG

als er mir eine fröhliche WhatsApp schrieb, dass er von der Direktorin der Internationalen Schule angesprochen worden sei, dass er doch so gut Englisch spräche und international tätig sei und man ihn für eine Wahl des Future Boards der Schule nominiert habe.

Haha, selten so gelacht! Boah, mir ist vielleicht der Kragen geplatzt.

An dieser Schule gibt es so viele gut ausgebildete Mütter mit viel zu viel Zeit, die sie mit Kuchenverkauf und Vorbereitung von überzogenen Teacher Appreciation Days verbringen. Der Ehemann hingegen lässt sich arbeits- und reisebedingt fast nie an der Schule blicken. Jetzt hat er mal drei Tage die Kinder gebracht und abgeholt und schwups wird er nominiert.

Was für ein sexistischer Schwachsinn! Es geht nicht darum, dass ich das machen möchte. Ich hatte meinen Anteil an ehrenamtlicher Schularbeit, aber es gibt so viele engagierte Mütter dort, die nichts lieber täten, aber eben Kuchen verkaufen (was ich auch nicht tue, denn mit diesem Geld wird z.B. der Teacher Appreciation Day finanziert, zu dem ich eine eigene Meinung habe, die nicht die der Meinung dieser Mütter entspricht).

Übrigens war der Ehemann ob meiner Sexismus-Reaktion beleidigt. Er wollte vielleicht hören, dass sie den Besten ausgesucht haben. Was ich noch nicht mal anzweifle, aber er kennt die Schule gar nicht. Denn alles dort mache ich! Er interessiert sich über unsere Kinder hinaus nicht für Schule.

Uff – das musste raus, und wie! Ich wäre fast geplatzt!

 

 

Advertisements

22 Gedanken zu “Aufreger der Woche

  1. Ich verstehe Dich und ich verstehe Deinen Mann.:)
    Kommt mir alles sehr bekannt vor, ach wäre es schön wieder solche Gespräche zu führen.
    Lob ihn einfach mal, wir Männer brauchen das ab und zu.
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass er genau weiß, was du für eure Familie alles machst.

    Gefällt 1 Person

    1. Hm – du vermisst merkwürdige Teile einer Beziehung! Ich würde da gerne drauf verzichten! Klar weiß er es. Aber … insgesamt läuft es unter „Mama ist ja eh da!“.Und nach dem fünften Mal Zimmer aufräumen lobt man nicht mehr. Nichtsdestotrotz ist der Hauptaufreger dieses Future-Board-Nominierung! Auch nach dem dritten Cosmopolitan an der Hotelbar finde ich immer noch es hackt!

      Gefällt 1 Person

      1. Ich glaube mir fallen diese Dinge inzwischen auf, weil ich sehr schmerzhaft erkannt habe, dass ich gerade diese kleinen Dinge viel mehr hätte wertschätzen sollen. Leider wird viel zu viel in einer Beziehung und Partnerschaft als selbstverständlich hingenommen, dass gilt für Männer, wie für Frauen und jetzt bin ich in dieser sehr misslichen, ungewollten Gesamtsituation und muss damit klar kommen, irgendwie :(. Ich würde etwas anderes viel lieber tun. Zimmer aufräumen oder Müll rausbringen, sofort. Ich würde vermutlich sogar eine sehr große Zeitspanne diese kleinen Konflikte ein Stück genießen, weil diese Konflikte auch eine Botschaft haben, nämlich es gibt ein „Wir“ und einer von beiden fühlt sich ungerecht behandelt oder zuwenig wertgeschätzt. Das ist im ersten Moment nicht schön, aber im zweiten Moment bedeutet es wir gehören zusammen und siehst du eigentlich nicht, was ich für unser Glück leiste?
        Was die Auszeichnung angeht, ich würde mich allerdings auch sehr Bauch gepinselt fühlen wenn man mir so eine Auszeichnung angedeihen lassen würde. Ich denke die Freude wird sich bei Deinem Mann legen und ihm wird bewusst werden, dass du das eigentlich viel mehr verdient hättest.

        Gefällt 1 Person

  2. Ach ja das kenne ich zur genüge! Den Frauen wird weniger zugetraut etc.
    Mein Mann war auch so.
    Ich arbeitete 100% als die 3 Kinder so zwischen 13-17 waren. Ich machte 90
    % der Hausarbeit, alles Klagen, betteln an ihn half nix.
    Dann Rückengau, ich hatte 2 Rücken Operationen kurz hintereinander. Ausser Kochen musste mein Mann darum alles alleine machen. Da beschwerte er sich bei mir, sagte für zu Putzen hätte er nicht studiert.
    Was sagte ich, damals eigentlich hilflos weil arbeitsunfähig, ein Bein gelähmt, Prognose mies? Ich schrie:“Dass ich es trotz Studium immer machte zählt wohl nicht? Und du jammerst nach 8 Wochen, einmal falle ich aus und so Sprüche, zieh besser sofort aus!“

    Mein Mann wurde blass verzog sich, macht seither seine 50%. Irgendwie hat das genützt. Und das hält schon jahrelang so an.

    Gefällt 5 Personen

        1. Ich drück es mal so aus mit den jedem Pfund von den Hüften ist auch ein Wund Schwachsinn verschwunden und ein Pfund Erkenntnis und Weisheit hinzu gekommen. 😉
          Oder anders formuliert, entweder tritt das Wunder ein von dem meine Schwiedermutter am Telefon gesprochen hat oder irgendeine mir unbekannte und für mich im Moment auch nicht vorstellbare Frau wird sich vielleicht eines Tages einmal sehr freuen.

          Gefällt 1 Person

    1. Ach, der zuhause-Teil nervt mich zwar, aber ich arbeite ja im Moment nicht, jedenfalls nicht aushäusig. Also sehe ich schon ein, dass ich für 50-50 schlecht argumentieren kann. Wobei ich ihn nicht loben will, für Kram der meine alltägliche Hausarbeit ist. Soll er es doch liegen lassen. Mir reicht es, dass er die Flagge hoch hält. Aber das die Schule damit so umspringt, regt mich schon auf!
      Schön, das Dein Mann die Kurve gekriegt hat. Manchmal muss man deutlich werden 😉.

      Gefällt 3 Personen

  3. Das mit der Schule liegt ja nicht nur an Deinem Mann. Vielleicht liegt das auch am Rollenvertsändnis in Polen oder der Schule? Ja reden oder in dem Fall schreien hilft, wir Männer brauchen manchmal etwas länger.

    Gefällt 2 Personen

    1. Das hast du sehr gut und richtig gemacht!!!
      Ach wie schön wäre das gewesen angeschrien zu werden, nein ich würde mich sogar jetzt auch mak zwei Stunden anschreien lassen.
      Ich freu mich für Dich und Deinen Mann und wünsche euch weiterhin alles Gute

      Gefällt 2 Personen

  4. Oh jaaaa. Wasser auf meine Mühlen:
    eine Mandantin zu mir: waaas? Nur einen Nachmittag holst du S. von der Tagesmutter ab. Das ist aber wenig Zeit mit der Kleinen.
    Selbe Mandantin eine Woche später zu meinem Mann:
    Wie toll, du holst die Kleine immer Freitags ab. Hach, es ist so toll, wenn Väter aktiv Zeit mit ihren Kindern verbringen.

    Gefällt 3 Personen

    1. Ja, irgentetwas verzerrt da die Weltsicht total! Der Ehemann interessiert sich sehr für seine Kinder in der Schule. Aber die Schule an sich, pädagogische Konzepte sind ihm so was von egal. Was soll ihn qualifizieren, in diesem Board mitzuarbeiten? Ich verstehe es einfach nicht! Warum nicht eine der Mütter, die sich ein Bein ausreißen, Schule aktiv mitzugestalten? Allerdings hatte ich auch schon den Verdacht, dass die Schule keine zu engagierten Mitglieder in diesem Board möchte. Da ist so ein Vater, der kaum da ist, vielleicht das gewünschte Modell? 😈

      Gefällt 4 Personen

  5. Männer sind (fast) alle gleich….kaum machen sie mal Haushalt oder kümmern sich um die Kinder, wollen sie dafür gelobt werden…und wehe man hat es nicht einmal bemerkt das die Mülltüte tatsächlich von in der Tonne angekommen ist…von 30x mache ich das bestimmt 26x…und das wird nie wahr genommen

    Gefällt 2 Personen

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.