„kret“ heißt „Maulwurf“

Gestern saß ich auf der Terrasse in der Sonne und lernte für meine Polnisch-Prüfung.

Direkt an unseren Garten grenzt ein brachliegendes Feld, das unsere kleine Katze wirklich gern besucht.

Ich sah beim konzentrierten Nix-verstehen aus den Augenwinkeln, dass die Katze vom Feld auf die Terrasse kam. Auf einmal plumpste etwas neben meine Füße. Nein, nicht die Katze sondern ein Maulwuf aus dem Katzenmaul. Der war noch ziemlich lebendig aber reichlich verletzt.

Ich überlegte gerade, was ich nur mit diesem Tier jetzt machen sollte. Maulwürfe sind ja auch ziemlich possierlich. Und er war noch nicht tot. Also töten oder Rettungsversuch. Während ich versuchte, die Katze zu überreden, ihr Werk zu beenden, kam meine Putzfrau, ich lernte das Wort „Kret“ und sie beförderte den Maulwurf beherzt schwups wieder ab ins Feld, bevor ich „Ach“ und „Äh“ sagen konnte.

Naja, er krabbelte recht flugs ins hohe Gras, aber äh… und ach…

Insgesamt haben wir hier schon einen Ruf als Deutsche weg, was Tiere angeht. Das wir die junge Katze haben intensivst das Bein nach dem Biss haben behandeln lassen und viel Geld dafür bezahlt haben zum Beispiel. Der Vermieter sagte, es sei doch nur eine Katze, ich bekäme doch umsonst überall eine neue. Oder dass bei der alten Katze regelmäßig der Schilddrüsenwert überprüft wird und sie zweimal täglich ihre Tablette bekommt. Die in Deutschland sehr üblichen Schilddrüsenmedikamente für Katzen sind hier gar nicht erhältlich. Ich kaufe Humanpräparate für sie. Ich sehe es jedesmal im Blick des Tierarztes. „Da sind die Deutschen wieder zur Blutabnahme! Aber naja, sie bezahlen ja die Rechnung…“

Welches Gesicht er wohl gemacht hätte, wenn ich einen Maulwurf gebracht hätte?

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9 Gedanken zu “„kret“ heißt „Maulwurf“

  1. Ach ja unsere verstorbene alte Katze wurde auch als junge Katze teuer operiert weil sie einen Hüftbruch hatte und Schilddrüsen Medikamente etc bekam sie im Alter auch. Aber eben, wir geben gerne dafür Geld aus und andere Nationen eher nicht 😢

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    1. Ja, es ist hier schon anders. Aber ich erinnere mich, dass es damals Ende der Siebziger/Anfang der Achtziger bei uns auf dem Dorf ähnlich war. Zum Beispiel fand man es total überkandidelt, wenn jemand seine Katze kastrieren ließ. Lieber ertränkte man die Jungen. Vieles hier erinnert mich an damals in Deutschland…

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    1. Ja, ich bringe Spinnen auch immer nach draußen… Ich habe aber eine Grenze: Stechfliegen, Mücken und Fruchtfliegen. Hingegen päppele ich schon mal erschöpfte Hummeln und Bienen mit ein bisschen Zuckerwasser 😉

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