Alte Muster

14.11.2018

Am stärksten spürt man Veränderungen, wenn man in alte Muster fällt und dann … ins leere läuft.

Honeymoon is over!
Ich bin kein ausgeglichener, gelassener Mensch. Wäre ich gerne, bin ich aber nicht.

Meine Gefühle torkeln zwischen Hoch und Tiefs, ich neige zur Panik, kann aber daraus eine unheimliche Energie entwickeln, Probleme zu lösen.

Ich trage es aber nach außen und kann wohl auch in den Findungsphasen ziemlich anstrengend für meine Mitmenschen sein (so wurde mir berichtet).

Der Große ist mit 16 ziemlich pubertär. Ich komme damit gut klar, wenn ich das Gefühl habe, dass ich trotz allem mit ihm in Beziehung bin.

Wenn sich etwas verändert, kann das schon mal verloren gehen. Während der Hirntumor-Umzugs-Geschichte habe ich den Kontakt zum Großen verloren – weg! Wir alle mussten funktionieren. Die Kleine behielt ich gezwungenermaßen im Fokus, weil es ihr offensichtlich mit Wut nach außen getragen schlecht ging. Für sie habe ich jetzt viel Unterstützung, ich sehe sie gerade wieder aufblühen, besonders seit der Ehemann wieder zuhause ist.

Der Große rückte erst jetzt wieder in meinen Fokus. Auf eine stille Art. Gestern fielen die Groschen in meinem Kopf.

Erst einmal wurde ich wieder panisch.

Früher ließ ich die Panik beim Ehemann, der mich beruhigte, der auch mit dem Großen sprach, der mit ein Ventil gab, bis ich das für mich auseinander gedröselt bekam, einen Plan hatte.

Der Ehemann und ich hatten aufgrund seiner vielen Abwesenheiten so ein bisschen eine Arbeitsteilung, dass ich mich um die Kinder kümmere und er sich um mich und mich unterstützt.

Gestern sprach ich panisch mit dem Ehemann. Mein altes Muster. Aber der Ehemann zog sich zurück, erklärte mir später, dass mit dem Großen und mir sei ihm zu viel. Damit könne er nicht umgehen.

Und ich befand mich auf einmal im freien Fall.

Nein, manche alten Muster funktionieren nicht mehr. Ich bin gerade mehr als ratlos, versuche mich, in die neue Situation einzusortieren. Und ich fühle mich ziemlich alleine.

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