Ich vermisse…

17.12.2018

… Alkohol. Wein, um genau zu sein. Ich liebe Wein. Weißer Burgunder von der Ahr mit dem Aroma von weißen Nektarinen zum Beispiel.

Oder vor einer gefühlten Ewigkeit (genauer gesagt letzten August) trank ich einen tiefroten Rotwein mit dem Aroma dunkler Schokolade. Ich schwöre Euch, von diesem Wein habe ich seitdem schon geträumt.

Eine Riesling Spätlese von der Mosel. Mit diesem Riesling-Aroma, das nur Moselweine haben. Mit dieser goldenen Farbe im Glas.

Ich habe bisher übrigens keinen Rotwein von der Mosel gefunden, der mir in Erinnerung blieb. Aber diese Weißweine! Und vor ein paar Monaten fand ich auch einen weißen Burgunder von der Mosel. Nicht nur mit dem Aroma von weißen Nekatrinen, nein, auch mit einem Hauch von Rosenduft.

Der rote Spätburgunder aus dem Ahrtal, mit dem Aroma von roten Beeren. Jaaa!

Ich liebe guten Wein. Ich liebe seine Aromen. Jedesmal eine Entdeckungstour der Sinne.

Der Ehemann nimmt die Aromen eher nicht war. Die Farbe im Glas ist ihm jenseits von rot und weiß auch eher egal. Er unterscheidet neben rot und weiß noch genau zwei Sorten von Wein: „kann man trinken“ und „kann man nicht trinken“, was auch schon viel ist im Vergleich zu anderen Menschen.

Aber wir trinken den Wein immer zusammen. Bis zur OP jedenfalls.

Bei OPs am Hirn wird das Hirn recht durcheinander gebracht. Die Folge sind häufig epileptische Anfälle. Alle Trigger für epileptische Anfälle müssen also vermieden werden. Länger schlafen als normal zum Beispiel. Reisen. Und wer sich schon mal am Aroma des Weins berauscht und sich am Wein selbst betrunken hat, weiß, das reizt das Hirn. Geht also nicht.

Die Beipackzettel der Epilepsie-Medikamente sind jetzt auch nicht so begeistert von Alkoholkonsum, egal ob er mit Aroma daher kommt oder einfach nur dreht.

Alleine neben dem Ehemann zu sitzen und vom Wein zu schwärmen mag ich nicht. Also trinke ich gerade nicht.

Verdammt, der Wein fehlt mir. Seufz!

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3 Gedanken zu “Ich vermisse…

  1. Könntest du ihm an Weihnachten nicht leckeren Traubensaft auftischen und dir Wein gönnen?
    Und sonst halt mal alleine Freunde treffen und dir etwas Wein gönnen.
    Mein Mann trinkt fast nichts, daher öffnen wir zu Hause auch selten eine Wein Flasche, ausser wir haben Besuch.

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  2. Mein inneres Küchenorakel sagt, aus dir spricht nicht der Alkohol. Sondern die Sehnsucht nach dem Ritual und der Verbindung zueinander. Dieses „magst du auch ein Glas?“ und das Warten, ob er nach dem Kosten wieder „kann man trinken“ und „also echt, ich schmecke da keine Himbeeren“ sagt. Also einfach warten, bis es wieder geht.
    Ich hatte (jetzt nicht mehr, yeah) auch jahrelang ein Antiepileptikum und habe auch sehr sehr lange gewartet, bis ich mal wieder ein Glas Wein probiert habe und der Ingenieur hat das auch so praktiziert wie du, was ich als sehr lieb empfunden habe.
    Lieben Gruß
    Ilka

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  3. Ein schöner und ehrlicher Beitrag. Aber weißt du was, ich finde, du darfst auch neben deinem Mann sitzen und ein Glas Wein genießen. Oder meinst du, es wäre für ihn eher doof? Dann ist der Verzicht deinerseits natürlich ein großer Liebesbeweis und so oder so ist es völlig in Ordnung. Wenn es für ihn aber ok ist und er vielleicht ein leckeres antialkoholisches Getränk zu sich nimmt (es gibt ja unzählige leckere Cocktails, die alkoholfrei sind, oder Säfte usw.), dann ist es doch schön, wenn ihr beide auf das gemeinsame Leben anstoßt. Das hat euch gerade in diesem Jahr vor solch große Herausforderungen gestellt und hat euch gezeigt, wie kostbar es ist und wie schmal der Grat, auf dem ihr, auf dem wir alle gehen… Ich bitte dich, meinen Kommentar nicht falsch zu verstehen, du machst das so, wie du es für dich/für euch für richtig hältst. Genießt das Leben miteinander, das ist die Botschaft, die ich rüberbringen möchte.

    Hab einen schönen 4. Advent mit deiner Familie und ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest.

    Herzensgrüße von mir dazu
    Anni

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