Heute morgen

31.01.2019

Heute morgen weckte mich das Radio mit der Nachricht, dass am frühen Morgen in unserer Gegend so viel Schnee gefallen ist, dass die Räumdienste nicht mehr hinterher kommen. Weshalb LKWs an Steigungen quer gerutscht sind und an verschiedenen Stellen nichts mehr ginge.

Das rief natürlich auch die Kleine auf den Plan. Ob ich sie denn dann mal zur Schule fahren würde. Ja, dann würde ich sie mal zur Schule fahren, obwohl wir Luftlinie vielleicht nur zweihundert Meter von ihrer Schule entfernt wohnen. Zugegebenermaßen muss sie für die zweihundert Meter über einen Wanderweg und ein bisschen Wiese laufen, heute morgen hätte sie also stapfen müssen und wäre wohl trotz Stiefeln mit nassen Füßen in der Schule angekommen. Über geräumte Wege ist der Weg mindestens doppelt so lang.

Dann fiel ihr aber ein, dass sie noch den Text der Nationalhymne für ein Plakat bräuchte. Das regte mich ein bisschen auf, denn sie erzählte gestern von dem Plakat. Das wäre ein toller Moment gewesen, die benötigte Nationalhymne zu erwähnen.

Als sie diese dann in Händen hielt, hatte sie schlechte Laune (ich auch) und sie verzichtete dankend darauf, von mir gefahren zu werden. Nasse Füße hin oder her…

Gerade als sie muffig das Haus verließ, kam der Große im Schlafanzug die Treppe runter. Er habe keine Schule heute und zeigte mir eine Nachricht der Schule, dass es heute im Ermessen der Eltern liege, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Seine Schule liegt übrigens nur 100 m entfernt von unserem Haus, er kann auf einer einigermaßen geräumten Straße genau diese 100 m laufen. Ich kann bei geöffnetem Fenster den Schulgong hören! Somit konnte ich für uns und ihn keinen Grund sehen, ihn nicht zur Schule zu schicken. Außerdem denke ich, dass es für ihn eine tolle Gelegenheit ist, besseren Kontakt mit den Lehrern zu bekommen, wenn er mal alleine oder zu zweit mit ihnen eine Unterrichtsstunde verbringt. Da er ja sonst nicht mit Ihnen redet. Er solle diese Chance des Wintereinbruchs nutzen.

Er sah das jetzt nicht so.

Am Ende verließ er das Haus noch muffiger als die Kleine und die Tür knallte entsprechend lauter.

Habe ich schon gesagt, dass das alles vor meinem ersten Kaffee passierte? An alle, die hier über ihr Leben mit kleinen Kindern bloggen: Der eigentliche „Spaß“ hat noch lange nicht begonnen!

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14 Gedanken zu “Heute morgen

    1. Danke!
      Ja, es sind nur Phasen. Und jede Phase endet auch. Aber dann kommt gleich die nächste Phase 🙄. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden, dass wir von Phase zu Phase stolpern. Ich mache mir immer selber Mut, dass wir alle durch solche Phasen gegangen sind. Und irgendwann waren wir durch damit. Jedenfalls so damit durch, dass wir es nicht mehr zu den Eltern getragen haben. Durchhalten!

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      1. Ja, darauf setze ich schon! 😀 Ich vermute aber, dass ich diese Zeit jetzt mehr vermissen werde, als du die Teeanger-Zeit. In 10 Jahren bin ich mittendrin und du lehnst dich gemütlich zurück und trinkst in aller Ruhe deinen Morgen-Kaffee. 😀

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  1. 😂😂😂😂😂😂😂
    Auch wenn diese Phase nicht witzig ist, irgendwann wirst du drüber lachen können. So richtig bald endet die Spätpubertät nicht, aber mehr und mehr wirst du nicht mehr direkt involviert sein. Und dann prallt die schlechte Laune immer mehr an dir ab. Weil Jungmänner finden immer Gründe sich über die Ungerechtigkeiten des Lebens aufzuregen. Das ist sehr normal.

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    1. Er war übrigens gerade zum Mittagessen zuhause und beschwerte sich weiter. Weil die Lehrer mitunter auch nur mit der Hälfte der Schüler noch Unterricht halten. Aber wenigstens haben sie in Physik gemeinsam die albernsten YouTube-Videos geschaut. Als er nach dem Essen noch mal zu Erdkunde los ist, war er immer nich am meckern. Aber er diskutierte wenigstens nicht mehr. 😂😂😂

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      1. Und würden sie keinen Unterricht machen, würde er sich darüber beschweren. Neulich war zb die Tutorin des Großteil meines Kurses krank. Die Wörter, die da gefallen sind waren sehr sehr sehr unpassend. Fast schon an der Grenze zur Disziplinarmaßnahme.

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  2. Erinnert mich an meine Zeit, als meine Tochter noch klein war. Aber sie war tatsächlich relativ brav. Nicht wirklich aufmüpfig. Ab und an mal.
    Aber ich werde die Zeit wieder erleben als Oma. Das wird sich sicherlich anders anfühlen und ich bin Oma eines jungen. Die sind eh anders als Mädchen.
    Ich denke an dich. Fühl dich gedrückt. 😚

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  3. Danke für diese Morgenstory, ich amüsiere mich grad prächtig.
    Ich bin übrigens 66 Jahre alt, mein Großer wird heuer 40 und meine Kleine 38. Hach …. obwohl ich schon Mitleid mit dir habe und dir im Moment die Aussicht auf ein Ende dieser Phase nicht weiterhelfen.

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    1. Danke 😂! Ich denke schon, dass wir da durch kommen. Und irgendwie war ich schon ein bisschen stolz auf mich, dass der Große das Haus zur Schule verließ und sich nicht mehr in sein Bett legte. Was hätte ich dann machen sollen? Eine KiGa-Kind schnappt man ja noch, aber bei einem 16jährigen muss man es mit Worten schaffen. Irgendwie 🙄!

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    1. Wenn man nicht so etwas wie „täglich grüßt das Murmeltier“ (oder besser „ungefähr wöchentlich grüßt das Murmeltier“) hätte, käme es mir wohl wirklich traumhaft vor. Oder eher alptraumhaft 😂?

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