Nikolaustag

06.12.2020

Heute hatten wir ein schönes spätes Sonntagsfrühstück. Den Kindern hatte ich neben Schoko-Weihnachtsmännern jeweils ein Lock-picking-Set (also ein Satz Geräte zum Öffnen von Schlössern ohne einen passenden Schlüssel) für Anfänger (mit durchsichtigen Übungsschlössern) mit jeweils einem verschlossenen (normalen und nichtdurchsichtigen) Vorhängeschloss geschenkt.

An den Vorhängeschlössern war ein Kärtchen befestigt. Wer mir ein geöffnetes Schloss bringt bekommt 20 €.

Der Große grinste, fummelte noch vor dem ersten Brötchen direkt am Nicht-Übungsschloss herum. Er wählte gleich aufmerksam das richtige Werkzeug raus und setzte es ohne weitere Informationen von YouTube oder aus der mitgelieferten Anleitung richtig ein.

Wenige Minuten später überreichte er mir das geöffnete Schloss mit der Bitte, das Geld mit Paypal zu schicken.

Während des Frühstücks fragten wir doch interessiert nach, woher er das könne. Er murmelte etwas von zurechtgebogenen Büroklammern und dass er diese stets im Portemonnaie bei sich trage.

Als ich ihn fragte, ob er es schon mal im echten Leben verwendet hätte, murmelte er weiter etwas von großer Pause und verschlossenen Schubladen an Lehrerpulten.

Außerdem bekam er sehr glänzende Augen, als er das Mini-Set an Lock-picking-Werkzeug entdeckte, dass in einer Verpackung in Kreditkartengröße verstaut ist. Somit passte es gut ins Portemonnaie und kann dort die allzeit bereiten Büroklammern ersetzen.

Die Kleine brauchte bis zum Nachmittag für ihr Schloss. Sie hatte zwar noch keine Büroklammererfahrung, konnte aber schon Zimmertüren mit Bartschlüsselschloss problemlos mit der Spitze ihre Geodreiecks öffnen, was ich auch dann heute erfuhr.

Ich bin irgendwie sehr schockiert, auch fasziniert, aber vor allem graut es mit vor gewissen Anrufen aus der Schule. Und ob der Nikolaus das wohl in seinem großen Buch stehen hatte?

Die Neugier ist der Katze Tod, aber auf der anderen Seite ist es auch das, was uns zu Entdeckern der Welt und der Menschen macht.

7 Gedanken zu “Nikolaustag

  1. Haha. das sind schon Wichte. Aber ich muss ja gar nicht auf andere zeigen. Immerhin war das Knacken unserer Wohnungstuer eine der wichtigsten Faehigkeiten als Grundschueler, wenn man doch mal seinen Schluessel vergessen hatte und man nicht stundenlang auf die Eltern warten wollte. Ein Erstklaessler, der nach einer Zange und einem Schraubenschluessel fragt, war nicht wirklich was Besonderes. Uebrigens funktionierte das nur, wenn die Tuer nur ins Schloss gefallen war. Bei einer zugeschlossenen Tuer… PP.

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    1. Eigentlich bin ich ja sehr froh, dass sie uns was erzählen. Noch bevor sie 30 sind 😉.
      Ich weise zwar auf meine Bedenken und mögliche Folgen hin, und darauf, dass sie alle Konsequenzen zu tragen haben, auch, dass sie es meiner Meinung nach bleiben lassen sollten, gebe mit aber Mühe, meine Empörung im Zaum zu halten.

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  2. Hihihi… dann war das ja das richtige Geschenk!
    Ich wollte früher Einbrecher werden und übte auch. 😬
    Als ich mal das Zahlenschloss von Papas Aktenkoffer knackte, weil dort unser Ferienbudget eingeschlossen war und Papa im der Prä-Handy-Zeitalter nicht erreichbar, fands meine Mutter aber ganz gut. 😃

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