Sparks of Joy. Nicht.

20.03.2021

Vielleicht erinnern sich einzelne von Euch daran, dass ich auf diesem Blog mal geschrieben habe, dass man nach mir schauen sollte, wenn um mich herum alles aufgeräumt und sauber ist.

Wenn es mir gut geht, sind mir Krümel ziemlich egal. Selbst wenn sie mich stören, sind es – phhh – bloß Krümel. Man reibt die Fußsohle am anderen Hosenbein und gut ist es.

Ist meine Umgebung krümelfrei, ist irgendwas aus dem Gleichgewicht geraten. Wahrscheinlich ich.

Heute habe ich hyperventilierend Vasen zertrümmert, die ich noch nie leiden konnte. Vasen für Blumensträuße, die ich noch nie leiden konnte. Blumenvasen, die noch nie Sparks of Joy gesparkelt haben. Und dankbar war ich ihnen auch nicht. Vielleicht war ich ein bisschen dankbar, als ich sie in der Mülltonne mit einem großen Stein zertrümmerte. Dafür, dass sie zum Zertrümmern existierten.

Ich habe gesaugt, Staub gewischt, das Klo geschrubbt, geputzt, geräumt, mit Schnappatmung.

Die Kinder haben widerspruchslos alle von mir aufgetragenen Aufgaben erledigt. Kein gutes Zeichen. Keine Diskussionen bedeutet, dass sie genau wahrgenommen haben, wie es mir geht. Nicht gut.

Machen wir es kurz… ich hatte eine Panikattacke und habe am Rad gedreht. Naja, auch nicht neu.

Aber meinen Rettungsanker gab es nicht. Der Ehemann nahm mich nicht in den Arm und fragte, was los ist. Der Ehemann sagte nicht, dass es jetzt aber mal gut ist. Der Ehemann sagte nicht, das alles wieder gut wird.

Hab mich selten so alleine gefühlt.

But when we really delve into the reasons for why we can’t let something go, there are only two: an attachment to the past or a fear for the future.

Marie Kondo

23 Gedanken zu “Sparks of Joy. Nicht.

    1. Gestern war die Eisscholle sehr klein und die Hüpfentfernung zur nächsten groß! Warum erinnert man sich als Pinguin in solchen Momenten nicht daran, dass man viel besser schwimmen als hüpfen kann 🤷‍♀️🤦‍♀️?

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      1. Weil wir uns so gewohnt sind zu hüpfen, Ausschau zu halten, das Gleichgewicht nicht zu verlieren, dass wir auf der schmelzenden Scholle stehen bleiben… 🤷‍♀️

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    1. Ich glaube, es ist in diesen Momenten der Versuch, Kontrolle zurückzubekommen in einer Situation, die man nicht kontrollieren kann. Total nutzlos und energiefressend. Aber geht dann gerade nicht anders.

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  1. Es ist wie das schrille Pfeifen des Wasserkessels, wenn der Druck zu groß wird. Es muss raus. Wenn Du immer beherrscht sein willst, dann wird der Druck nur wachsen. Wer, wenn nicht Du, hat das absolute Recht mal richtig zu eskalieren!

    Fühl dich virtuell umarmt.

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  2. Man kann nicht immer nur stark sein, das muss man (glaube ich) auch nicht. Wir sind alle nur Menschen und keine Maschinen. Und wenn man so schwer zu tragen hat wie Du, dann wird manchmal einfach alles zuviel. Dann geht weder von einer Eisscholle zur anderen hüpfen und schwimmen schon mal gar nicht, weil man das Gefühl hat, man ertrinkt und Grund unter den Füßen hat man auch nicht mehr. Und ja, ich weiß, wovon ich rede…
    Ich schick Dir eine große virtuelle Umarmung, pass auf Dich auf und versuche zwischendurch auch ein bisschen an Dich zu denken, Luft zu holen.

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